Transparenz und Orientierung für Patienten und Ärzte

Nicht nur beim eRezept, sondern auch bei der Digitalen Patientenakte gelten die Dänen als Vorbild, das wurde beim E-Health Kongress in Frankfurt, am 13.09. in den Räumen der IHK einmal mehr deutlich. Viele innovative Versorgungslösungen, die in Pilotprojekten evaluiert werden, lassen auch hierzulande hoffen auf eine Verbesserung der Versorgungsqualität und auf eine Individualisierung der Versorgungskonzepte durch Digitalisierung. Neben positiver Aufbruchstimmung war die Diskussion in Frankfurt immer wieder auch von Unverständnis und Frustration geprägt, wenn es um die Einführung der Telematikinfrastruktur (TI) in Deutschland  ging. Die TI als Rückgrat der Digitalisierung in Deutschland wird dringend erwartet, Verzögerungen im Zeitplan bringen alternative Lösungen hervor, z. B. von Krankenkassen, die eigene digitale Gesundheitsakten für ihre Versicherten entwickeln. Denn: Patienten und Verbraucher drängen darauf, hre Gesundheitsdaten selbst verwalten zu können.

In großer Zahl nutzen sie Gesundheits-Apps und Wearables, führen digitale Patiententagebücher und wollen diese Daten im Entscheidungsprozess mit ihrem Arzt auch teilen. Das ist heute kaum möglich, so Dr. Ursula Kramer, die Gründerin der größten Informations- und Bewertungsplattform für Gesundheits-Apps HealthOn, die beim Mobile Health Forum zusammen mit PD Dr. Urs-Vito Albrecht von der Medizinischen Hochschule Hannover, Autor der CHARISMHA-Studie, und mit Dr. Nicole Rämsch-Günther vom Bundesinstitut für Arzneimittel (BfArM) über Gesundheits-Apps, deren Qualität und Sicherheit und die Unterschiede im Regulierungsstatus von Gesundheits- und Medizin-Apps diskutierten.

  • Für die selbstbestimmte Auswahl und Nutzung der größtenteils unregulierten Gesundheits-Apps brauchen Patienten und Verbraucher aber auch Ärzte und Therapeuten Orientierung.
  • Die Gesundheitskompetenz in Deutschland ist bei der Hälfte der Bevölkerung schlecht, durch die Digitalisierung verschärft sich dieses Problem, denn der Umgang mit digitalen Gesundheitsdaten erfordert zusätzliches Know-How in Sachen Datenschutz und Sicherheit. Daher ist die Stärkung der sog. Digital Health Literacy eine zentrale Aufgabe, um die erhofften Potentiale der Digitalisierung zukünftig auch realisieren zu können.

"Verbraucher sollten verstehen, woher das Risiko einer Gesundheits-App kommt und daran orientiert überprüfen, wie gut der App-Anbieter über die Vertrauenswürdigkeit der App informiert," rät Dr. Ursula Kramer. Die Herstellerangaben zu den HealthOn-Kriterien lassen sich von jedem Nutzer einfach prüfen. Für die Risikoeinschätzung bietet HealthOn eine interaktive Checkliste Gesundheits-Apps, mit der sich errechnen lässt, in welche von insgesamt vier Risikoklassen eine Gesundheits-App einzuordnen ist.

Quelle: E-Health Kongress, Frankfurt, 13.09.2017

 

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