Gesundheits-Apps im Fokus der öffentlichen Diskussion

Expertenanhörung im Bundestag zu Health-Apps: Gesundheits-Apps im Fokus der öffentlichen Diskussion

Auf Einladung der gesundheitspolitischen Sprecherin der Grünen, Maria Klein-Schmeink (MdB), hat die Digital Health Expertin Dr. Ursula Kramer am 20.03 in Berlin vor dem Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages die Fragen der Bundestagsabgeordneten zu Qualität und Sicherheit von Gesundheits- und Medizin-Apps beantwortet. Keine andere Expertin kennt den Markt der Gesundheits-Apps so gut wie sie, niemand hat mehr Gesundheits-Apps analysiert.

Schon vor acht Jahren hat sie mit ihrem Team eine Plattform zur strukturierten Bewertung von Gesundheits-Apps aus der Taufe gehoben: HealthOn. Auf dieser Plattform sind mittlerweile Testberichte von über 900 Gesundheits- und Medizin-Apps gelistet. Gerne würde HealthOn diese Testberichte frei verfügbar machen für alle Gesundheitsberufe, für alle Patienten- und Verbraucherverbände, für jeden Bürger, der nach einer Gesundheits-App sucht. Voraussetzung ist die Finanzierung, die die unabhängige Arbeit der Plattform sicherstellt, z. B. öffentliche Fördergelder oder Finanzierung über Versichertenbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen.

Selbstbestimmung und Autonomie von Patienten stärken

Seit 2011 analysiert Dr. Kramer mit ihrem Team unter dem Dach der Qualitätsplattform HealthOn das App-Angebot für deutschsprachige Verbraucher und Patienten. Aus dieser Zeit stammt auch der Ehrenkodex für Gesundheits-Apps, das sind Kriterien, mit denen auch App-Nutzer ohne medizinisches Fachwissen die Spreu vom Weizen trennen können. Selbstbestimmung und Autonomie von Patienten in einem zunehmend digitalisierten Gesundheitswesen zu stärken, das war auch die Motivation, 2016 den Verein HealthOn zu gründen. "Wir müssen die Menschen mitnehmen, sie in die Lage versetzen, digitale Anwendungen - von Gesundheits-Apps und Wearables bis Telemedizin - zu nutzen."

Bei aller Diskussion um technsiche Standards, um Datensicherheit und Interoperabilität darf nicht vergessen werden, dass Menschen nur dann von diesen Innovationen profitieren können, wenn sie mit diesen neuen Tools selbstbestimmt umgehen und ihre Daten zu ihrem eigenen Wohl nutzen können. Diese Kompetenz - sensible Gesundheitsdaten selbstbestimmt zu verwalten - kann nicht als gegeben vorausgesetzt werden, weder bei Patienten und Verbrauchern, noch bei Ärzten, Apothekern und anderen Gesundheitsberufen. Diese Kompetenz ist die Voraussetzung, dass sich die großen Erwartungen an mehr Qualität, Effizienz und Patientenorientierung durch die Einführung einer elektronischen Patientenakte für 70 Millionen Versicherte ab 2021 erfüllen sollen. Daher der Appell der Digital Health Expertin Dr. Ursula Kramer an die politische Verantwortlichen im Deutschen Bundestag:

  • Verbessert die Transparenz über das Angebot an Gesundheits-Apps, über deren Qualität und Sicherheit.
  • Legt den Fokus nicht nur auf Therapie und Diagnose, sondern nutzt Gesundheits-Apps auch, um die Gesundheitsvorsorge und die Gesundheitsaufklärung von Bürgern zu verbessern und die Selbstbefähigung von Patienten zu stärken, damit sie ihren Alltag trotz einer chronsichen Krankheit besser bewältigen können.
  • Stärkt die Digitale Kompetenz der Gesundheitsberufe - z. B. durch faktenbasierte, CME-zertifierte Fortbildungsinitiativen zu digitalen Gesundheitsanswendungen

Quelle: Expertenanhörung im Deutschen Bundestag zu Gesundheits-Apps, 20.03.2019

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